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Definition und Informationen Akupunktur

Das Wort Akupunktur beinhaltet die lateinischen Begriffe acus = die Nadel und pungere = stechen . Die chinesischen Bezeichnung ZHENJIU bedeutet Stechen und Brennen und beschreibt die zur Anwendung kommenden Techniken. Die Akupunktur basiert auf der Vorstellung, dass durch die Reizung bestimmter Hautareale mittels Nadeln oder erhitztem Moxakraut heilend auf den Organismus eingewirkt werden kann.
Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) ist eine der ältesten Therapiemethoden und stellt einen wesentlichen Teil des chinesischen Kulturgutes dar.

Das chinesisches Weltbild

Die Akupunktur beruht auf der Vorstellung, dass alle Vorgänge im Universum auf der Polarität der gegensätzlichen Kräfte Yin ( Materie ) und Yang ( Energie ) basieren, die zueinander in einem dynamischen Gleichgewichtsverhältnis stehen.

Auch Mensch und Tier beherbergen Yin und Yang und sind gesund, wenn sich diese im Gleichgewicht befinden. Entgleist das dynamische Gleichgewicht und wird das Qi ( die Lebensenergie ) geschwächt, kann eine Krankheit entstehen und als sekundäre Manifestation bilden sich organische Symptome aus.

Wenn im Rahmen der chinesischen Medizin von Organen gesprochen wird, sind nicht die anatomischen Körperteile nach westlichem Verständnis gemeint, sondern immaterielle funktionell-energetische Wechselwirkungen (Funktionskreise). Die Organe unterliegen einem gegenseitigen Steuerungsprozess. Das Modell der fünf Wandlungsphasen soll die Vernetzung der sich gegenseitig regulierenden Organsysteme darstellen.

Der Akupunkturpunkt

Die chinesische Bezeichnung für Akupunkturpunkt ist Shuxuexue und bedeutet weiterleitende Öffnung . Der Akupunkturpunkt stellt eine Projektion von Organen und Organfunktionen auf die Körperoberfläche dar. Die meisten Punkte befinden sich auf gedachten Linien, den Meridianen. Sie haben bei den Großtieren die Größe eines Zwei- bis Fünfmarkstücks. Bei der Nadelung sollte man jedoch möglichst die Mitte treffen, da dort die stärkste Wirkung zu erwarten ist.

Bei Erkrankungen von Organen reagieren zugeordnete Akupunkturpunkte hyperästhetisch und der elektrische Hautwiderstand ihrer nahen Umgebung ist vermindert. Letzteres macht man sich bei der Punktsuche mit einem Punktsuchgerät zu Nutze.
Neuere Untersuchungen belegen, dass der Akupunkturpunkt ein Gefäß-Nervenbündel darstellt, welches durch die oberflächliche Körperfaszie tritt. Die Perforation in der Faszie kann man z.T. ertasten.

Diagnose mittels Akupunktur

Vor einer Akupunkturbehandlung sollte zunächst eine lückenlose Anamnese erhoben und ein vollständiger klinischer Untersuchungsgang durchgeführt werden. Nachfolgend werden eventuell vorhandene Schmerzpunkte erfasst und die daraus abgeleitete Diagnose wird mit den Ergebnissen des klinischen Untersuchungsganges verglichen. Die schmerzhaften Punkte werden von erkrankten Organen in bestimmte Hautgebiete projiziert, die häufig mit den Headschen Zonen übereinstimmen. Somit kann bei bestimmten Erkrankungen über sogenannte Zustimmungspunkte (Shu) und Alarmpunkte (Mu) Rückschlüsse auf das Vorliegen von Störungen eines Funktionskreises gezogen werden. Die Diagnose sollte sich jedoch nie auf die Schmerzpunkte allein beziehen.
Die traditionell chinesische Diagnose ist für Laien kaum verständlich.

Therapie mittels Akupunktur

Durch die Akupunktur soll eine Wiederherstellung des aus den Fugen geratenen dynamischen Gleichgewichts erreicht werden. Durch gezielte Stichtechnik und Manipulation der Akupunkturnadeln an bestimmten Hautpunkten soll sich der Fluss des Qi normalisieren. Eine isolierte Krankheit gibt es nach der Lehre der Akupunktur nicht, wie das Modell der fünf Wandlungsphasen darstellt. Immer ist der gesamte Organismus entweder gesund oder krank.

Nach gründlicher Vorbereitung des Tieres und unter Beachtung einiger Vorsichtsmaßregeln kann genadelt werden. Nervöse Tiere sollten vor Anwendung der Akupunktur zunächst sediert werden.

Folgende Behandlungsschemata können angewendet werden:

  • Akupunktur des lokus dolendi
    Diese einfachste Art der Akupunktur bezeichnet das Stechen über erkrankten oder schmerzhaften Körperstellen. Die Grundidee der Akupunktur wird weitgehend außer Acht gelassen. Dennoch werden schnelle aber nicht lang anhaltende Therapieerfolge erzielt.
  • Akupunkturpunkte können nach ihrer Indikation ausgewählt werden. In der Literatur finden sich Wirkungen von Punkten oder Punktkombinationen, die übernommen werden können. Auf das Tier als Individuum wird nicht eingegangen.
  • Bei guter Kenntnis der Punkte und der Meridiane werden individuelle Punktkombinationen gewählt (u.a. Nah- und Fernpunkte, Shu und Mu Punkte oder Quell und Passagepunkte). Nach chinesischer Auffassung ist bei optimaler Diagnose und optimaler Punktwahl jede Erkrankung durch die Nadelung nur eines Punktes heilbar.

Variationen der Akupunktur

  • Ohrakupunktur: in Akupunkturpunkte am Ohr werden Nadeln eingestochen.
  • Elektroakupunktur: über eingestochene Nadeln oder aufgelegte Elektroden wird mit elektrischem Strom eine Reizverstärkung erzielt.
  • Akupunkturhypalgesie: durch die Nadelung und meist zusätzlich elektrische Stimulation wird eine Hypalgesie bis Analgesie erzielt.
  • Laserakupunktur: Stimulation der Akupunkturpunkte durch einen Soft- oder Midlaser mit einer Leistung von 5 bis maximal 80 mW.
  • Moxibustion: Reizung bzw. Reizverstärkung durch lokale Wärmeapplikation mittels glühendem Beifußkraut (Artemisia vulgaris).
  • Akuinjektion: Injektion von Arzneimitteln in Akupunkturpunkte.

Was kann Akupunktur nicht

Die Akupunktur kann nur bei funktionell reversiblen Erkrankungen erfolgreich eingesetzt werden. Bereits irreversibel Zerstörtes, kann durch Akupunktur nicht geheilt werden. Voraussetzung ist, das die Selbstheilungskräfte noch funktionieren.

Bei stärkeren Leere-Zuständen ist die Akupunkturbehandlung allein nicht ausreichend. Durch andere Maßnahmen (u.a. Kräuter, Ernährung, Bewegung) muß Energie von außen zugefügt werden. Durch Akupunktur ist nur eine Umverteilung der vorhandenen Energie innerhalb des Körpers möglich.

Quelle: www.oekovet.de

Verfasser: Dr.Sebastian Arlt